Gemeindeverwaltung: Deeskalationstraining

Verwaltungsangestellte von Gemeindeämtern und Stadtverwaltungen sind täglich direkt mit Anliegen der Bevölkerung konfrontiert. Sie geben Auskünfte, entscheiden über Anfragen und Anträge oder vollziehen Verwaltungsakte nach gesetzlichen Vorgaben. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Kundenorientierung auch bei vielen Gemeinde- und Stadtverwaltungen durchgesetzt und man versteht sich gegenüber dem Bürger als Dienstleister. Was sich aber im Kern nicht geändert hat ist, dass der Bürger (od. Kunde) nicht einfach alles haben kann was er will. Dies führt in einer Dienstleistungsorientierten Gesellschaft seitens der Bürger immer wieder zu falschen Erwartungen und Vorstellungen an öffentliche Behörden, welche ihre Tätigkeit nach der Verhältnis- und Gesetzesmässigkeit ausrichten müssen.

In diesem Spannungsfeld können Gespräche am Schalter oder im Besprechungsräumen eskalieren. Der Kunde reagiert emotional, verliert den guten Ton und die Sachlichkeit, was ein Zielführendes Gespräch nicht mehr möglich macht. Gesprächssituationen unter diesen Belastungen verlangen von den Mitarbeitenden eine hohe mentale Belastbarkeit und gutes Kommunikationsgeschick. Eine ungünstige Gesprächsführung kann die Eskalation zusätzlich beschleunigen und im schlechtesten Fall einen gewalttätigen Konfliktausgang fördern.

In solchen Situationen müssen die Mitarbeitenden deeskalierende Gesprächsstrategien kennen und beherrschen. Zwei Kompetenzen gelten als kritische Erfolgsfaktoren: Situatives Verständnis und konfrontative Grenzsetzung. Deeskalation kann gelingen, wenn im richtigen Moment mit den passenden Gesprächsstrategien Verständnis ausgedrückt, aber auch deutliche Grenzen gesetzt werden.

Zielgruppe

  • Einwohneramt
  • Sozialamt
  • Betreibungsamt
  • Steueramt
  • Zivilstandsamt


Dieses Weiterbildungsangebot ist exakt auf die Herausforderungen von Verwaltungsangestellten mit direktem Bürgerkontakt entwickelt. Der gesamte Lerninhalt orientiert sich an Schaltersituationen, telefonischem Auskunftsdienst und 4-Augen Gesprächen in Bürger-Besprechungsräumen. Dieses Deeskalationstraining bieten wir auf Anfrage als Inhouse-Schulung an.

Kursziele

  • Sie lernen mentale Techniken zur Kontrolle der eigenen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit kennen.
  • Sie lernen die Wirkungsweise von kooperativen und konfrontativen Deeskalationsstrategien kennen und können deren Praxisnutzen erproben.
  • Sie können eskalierende Situationen anhand verbaler und nonverbaler Anzeichen erkennen.
  • Sie erarbeiten passende Reaktionsmöglichkeiten in bedrohlichen Situationen.

Inhalt und Methodik

Der Kurs ist nach heutigen Erwachsenenbildungsmassstäben konzipiert und wird kurzweilig und abwechslungsreich durchgeführt. Es werden abwechslungsreiche Methoden wie Input-Referate, Einzel- und Gruppenarbeiten, Lehrgespräche und Reflexion im Plenum etc. eingesetzt. Durch Reality-Trainings mit Schauspielern gewinnt diese Weiterbildung den höchstmöglichen Praxisbezug.
Und: Eine bleibende Wirkung dank erlebtem Praxisbezug wird für die Teilnehmenden garantiert!

Seminarleitung

Franz Manser, Dipl. Mental & Stress Coach

Reality-Training


Der Umgang mit schwierigen Kundensituationen kann nur zum Teil in Gesprächen und Gruppenarbeiten nachvollzogen werden. Da in aggressiven und gewalttätigen Situationen der eigene Stress das Verhalten beeinfusst, kann nur durch eigene Erfahrungen in realitätsnahen Situationen die eigene Reaktion reflektiert werden. Dieses Erleben ermöglicht es, sein Verhalten zu reflektieren sowie neue Verhaltensweisen auszuprobieren und diese anzuwenden. Percoms AG hat das Reality Training 1999 für die Polizeiausbildung konzipiert. Seit 2004 werden Mitarbeitende von Behörden und Ämter mit dieser Methode geschult. Die Teilnehmenden schätzen das Praxistraining in ihrer unmittelbaren Arbeitsumgebung als eine aktive und nachhaltige Lernmethode.