Deeskalation KESB: Aktiv in bedrohlichen Situationen

Mitarbeitende von Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden sind in ihrem Berufsalltag mit schwierigen Lebensumständen ihrer Klienten konfrontiert. Von Amtes wegen stehen KESB-Mitarbeitende in der Pflicht, sich in private Lebensumstände von Menschen einzuschalten, Abklärungen zu tätigen, Entscheide zu treffen und für deren Umsetzung zu sorgen. Dies geschieht stets unter strenger Abwägung der Verhältnis- und Gesetzmässigkeit sowie in bester Absicht für das langfristige Wohlergehen der involvierten Personen. Vom Klienten wird dies jedoch oft anders wahrgenommen. Sind sie mit dem Vorgehen nicht einverstanden, wird Wut und Frust auf Ihre Behörde übertragen, was nicht selten zu Drohungen, Gewalt oder Medienhetze führen kann.

Gesprächssituationen unter diesen Belastungen verlangen von den Mitarbeitenden eine hohe mentale Belastbarkeit und gutes Kommunikationsgeschick. Eine ungünstige Gesprächsführung kann eine Eskalation auslösen oder zusätzlich beschleunigen. Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Klient und Ihren Mitarbeitenden wird dadurch erschwert oder sogar verunmöglicht.

Ist ein Dialog nicht mehr möglich, müssen die Mitarbeitenden deeskalierende Gesprächsstrategien kennen und beherrschen. Zwei Kompetenzen gelten als kritische Erfolgsfaktoren: Situatives Verständnis und konfrontative Grenzsetzung. Deeskalation kann gelingen, wenn im richtigen Moment mit den passenden Gesprächsstrategien Verständnis ausgedrückt, aber auch deutliche Grenzen gesetzt werden.

Zielgruppe

KESB-Mitarbeitende

Dieses Weiterbildungsangebot ist exakt auf die Herausforderungen von KESB-Mitarbeitenden entwickelt. Der gesamte Lerninhalt orientiert sich am Anforderungsprofil von Behördenmitgliedern, des Sozialjuristischen Dienstes und der Sekretariatsmitarbeitenden. Aufbauend auf denselben Grundlagen erfolgt ein differenzierter Praxistransfer im praktischen Teil dieser Weiterbildung. Behördenmitglieder trainieren heikle Protokollgespräche, Sekretariatsmitarbeitende üben Telefongespräche und den Umgang von bedrohlichen Situationen am Schalter beim Empfang. Dieses Deeskalationstraining bieten wir auf Anfrage als Inhouse-Schulung an.

Kursziele

  • Sie lernen mentale Techniken zur Kontrolle der eigenen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit kennen.
  • Sie lernen die Wirkungsweise von kooperativen und konfrontativen Deeskalationsstrategien kennen und können deren Praxisnutzen erproben.
  • Sie können eskalierende Situationen anhand verbaler und nonverbaler Anzeichen erkennen.
  • Sie erarbeiten passende Reaktionsmöglichkeiten in bedrohlichen Situationen.

Inhalt und Methodik

Der Kurs ist nach heutigen Erwachsenenbildungsmassstäben konzipiert und wird kurzweilig und abwechslungsreich durchgeführt. Es werden abwechslungsreiche Methoden wie Input-Referate, Einzel- und Gruppenarbeiten, Lehrgespräche und Reflexion im Plenum etc. eingesetzt. Durch Reality-Trainings mit Schauspielern gewinnt diese Weiterbildung den höchstmöglichen Praxisbezug.
Und: Eine bleibende Wirkung dank erlebtem Praxisbezug wird für die Teilnehmenden garantiert!

Seminarleitung

Franz Manser, Dipl. Mental & Stress Coach

Reality-Training


Der Umgang mit schwierigen Kundensituationen kann nur zum Teil in Gesprächen und Gruppenarbeiten nachvollzogen werden. Da in aggressiven und gewalttätigen Situationen der eigene Stress das Verhalten bestimmt, kann nur durch eigene Erfahrungen in realitätsnahen Situationen die eigene Reaktion reflektiert werden. Das eigene Erleben ermöglicht es, sein Verhalten zu reflektieren sowie neue Verhaltensweisen auszuprobieren und diese anzuwenden. Percoms AG hat das Reality Training 1999 konzipiert. Heutzutage ist es eine anerkannte Methodik.
Seit 2004 werden Mitarbeitende von Behörden und Ämter mit dieser Methode geschult. Die Teilnehmenden schätzen das Praxistraining in ihrer unmittelbaren Arbeitsumgebung als eine aktive und nachhaltige Lernmethode.

Referenzen


«...äusserst spannend und intensiv, die Szenarios waren erschreckend realistisch!»
«...wurde so vermittelt, dass es uns effektiv weiterhilft.»
«Transfer Theorie & Übungen war super!»

Die Weiterbildung «DEESKALATION KESB: Aktiv in bedrohlichen Situationen» wurde im Jahr 2015 in enger Zusammenarbeit mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Horgen entwickelt und im Frühjahr 2016 mit sämtlichen Mitarbeitenden erfolgreich durchgeführt. Das Seminar wurde von den Teilnehmenden ausnahmslos als «sehr gut» und «praxisnah» bewertet.